Langsamer Stoffwechsel: Symptome, Ursachen und wie er wieder in Schwung kommt
Müde, kalte Hände, Verstopfung, Heißhunger auf Süßes? Woran du einen langsamen Stoffwechsel erkennst, was dahintersteckt und wie er wieder in Schwung kommt.
Ein langsamer Stoffwechsel heißt, dass dein Körper die Energie aus der Nahrung zu langsam freisetzt. Der Grund sind meist Schilddrüse und Nebennieren, deren Hormone an den Zellen zu wenig ankommen. Typische Anzeichen sind Müdigkeit, kalte Hände und Füße, Verstopfung, trockene Haut und Heißhunger auf Süßes. Ein langsamer Stoffwechsel ist bei Erwachsenen sehr häufig. Er entsteht meist über Jahre durch Stress und Ernährung.
Kaffee, Energy Drinks und andere Aufputschmittel bringen ihn nur kurz auf Touren und erschöpfen die Drüsen danach umso mehr. Was wirklich hilft, setzt an den Mineralien, der Ernährung und der Erholung an.
Was „Stoffwechsel“ hier bedeutet
Gemeint ist die Geschwindigkeit, mit der dein Körper Nahrung in Energie umwandelt. In der Fachsprache heißt das Oxidationsrate. Am einfachsten stellst du dir einen Holzofen vor: Bei einem schnellen Stoffwechsel brennt das Feuer lichterloh, bei einem langsamen glimmt es nur noch vor sich hin.
Diese Geschwindigkeit hängt vor allem an zwei Drüsen, der Schilddrüse und den Nebennieren. Entscheidend ist dabei nicht, wie viel Hormon im Blut schwimmt, sondern wie stark es an der Zelle wirkt. Deshalb kann ein Bluttest normal aussehen, obwohl der Stoffwechsel langsam läuft.
Wichtig: Ein langsamer Stoffwechsel ist nicht dasselbe wie Übergewicht. Er kann das Abnehmen erschweren, aber es gibt auch schlanke Menschen mit langsamem und übergewichtige mit schnellem Stoffwechsel.
Schneller und langsamer Stoffwechsel
Der Ernährungsforscher Dr. George Watson hat in den 1970ern zwei Stoffwechseltypen beschrieben. Dr. Paul Eck hat später gezeigt, wie man sie in der Haarmineralanalyse erkennt und mit den Stressphasen verbindet:
- •Schneller Stoffwechsel: Schilddrüse und Nebennieren arbeiten auf Hochtouren. Das entspricht der Alarmphase der Stressreaktion. Kinder haben fast immer einen schnellen Stoffwechsel.
- •Langsamer Stoffwechsel: Schilddrüse und Nebennieren arbeiten auf Sparflamme. Das entspricht der Erschöpfungsphase. Der Wechsel passiert oft schon in der Kindheit, meist zwischen 3 und 10 Jahren. Bei Erwachsenen ist der langsame Stoffwechsel der weitaus häufigere Typ.
Wie diese Stressphasen zusammenhängen, habe ich in Stress messen: Kann man chronischen Stress im Körper sehen? erklärt.
Symptome eines langsamen Stoffwechsels
- •Energie und Stimmung: Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Lustlosigkeit, oft gedrückte Stimmung. Bei einem sehr langsamen Stoffwechsel auch Gehirnnebel und Verwirrtheit.
- •Wärme und Kreislauf: Kalte Hände und Füße, eine niedrige Körpertemperatur, eher niedriger Blutdruck und manchmal Schwindel beim Aufstehen.
- •Verdauung: Höchstens einmal Stuhlgang am Tag oder Verstopfung. Fettes Essen liegt lange im Magen.
- •Blutzucker: Heißhunger auf Süßes und Stärke, Unterzucker, wenn eine Mahlzeit ausfällt. Oft auch Lust auf Salz.
- •Haut und Haare: Trockene Haut und Haare, eher blasser Teint, wenig Schwitzen. Wenn deine Haut trocken ist, kann also auch der Stoffwechsel eine Rolle spielen. Mehr zu den Ursachen hinter trockener Haut findest du in meinem kostenlosen Haut-Guide.
- •Körperform: Eher Birnenform, also Fettpolster an Hüften und Oberschenkeln.
- •Weiteres: Neigung zu Pilzinfektionen und wenig Lust auf Sex.
Ursachen: Warum der Stoffwechsel langsamer wird
Meist kommen mehrere Dinge zusammen:
- •Ernährung. Sie ist oft der wichtigste einzelne Grund dafür, dass jemand aus einem ausgeglichenen Stoffwechsel herausrutscht.
- •Chronischer Stress. Kurzer Stress beschleunigt den Stoffwechsel. Stress, der nicht aufhört, verlangsamt ihn, weil die Nebennieren irgendwann erschöpfen.
- •Aufputschmittel. Kaffee, Energy Drinks und andere Muntermacher halten den Stoffwechsel eine Zeit lang hoch. Danach erschöpfen sie die Drüsen umso mehr.
- •Zu viel oder zu harter Sport. Leichte Bewegung tut gut, ständige Höchstleistung zehrt an den Reserven.
- •Kupfer und Schwermetalle. Kupfer bremst den Stoffwechsel. Mehr dazu in Kupferüberschuss und Kupfertoxizität. Auch andere toxische Metalle können den Körper auf Dauer in einem langsamen Stoffwechsel festhalten.
- •Hormone. Östrogen verlangsamt den Stoffwechsel eher. Frauen haben deshalb häufiger einen langsamen Stoffwechsel als Männer.
- •Zu wenig Eiweiß und zu wenig Ruhe.
- •Alter. Mit den Jahren lässt die Vitalität nach. Der Stoffwechsel wird dadurch tendenziell langsamer.
Stoffwechseltyp bestimmen: Wie findest du heraus, welcher du bist?
Aus Symptomen, Körperform oder Fragebögen lässt sich der Stoffwechseltyp nur grob schätzen.
Zuverlässiger ist die Haarmineralanalyse. Dort lässt sich der Stoffwechsel an zwei Verhältnissen ablesen: Das Verhältnis von Calcium zu Kalium zeigt, wie gut die Schilddrüsenhormone an der Zelle ankommen. Das Verhältnis von Natrium zu Magnesium zeigt, wie aktiv die Nebennieren arbeiten. Beim langsamen Stoffwechsel sind Calcium und Magnesium im Gewebe eher hoch, Natrium und Kalium eher niedrig.
Genau das werte ich in deiner Analyse aus, zusammen mit allen anderen Mineralien und deinen Beschwerden.
Wie du einen langsamen Stoffwechsel wieder in Schwung bringst
Das Ziel ist nicht, den Stoffwechsel mit Gewalt anzutreiben. Das Ziel ist, dass Schilddrüse und Nebennieren an der Zelle wieder besser wirken können.
Was nicht hilft: Kaffee, Energy Drinks und andere koffeinhaltige Aufputschmittel. Sie geben einen kurzen Schub und lassen die Drüsen danach noch erschöpfter zurück.
Ernährung:
- •Mehr Eiweiß, gern aus leichteren Quellen wie Huhn, Fisch und Eiern. Eiweiß regt den Stoffwechsel an.
- •Weniger Fett, weil Fett den Stoffwechsel weiter verlangsamt.
- •Viel gekochtes Gemüse.
Mineralien: Beim langsamen Stoffwechsel sind Natrium und Kalium im Gewebe niedrig. Ziel ist, beide gleichzeitig anzuheben. Dafür werden Nährstoffe kombiniert, die genau das tun: B-Vitamine (bis auf B1), Zink, Mangan, Chrom und die Vitamine C und E. Zusätzliches Kupfer gehört dagegen nicht dazu. Auf das Mengenverhältnis kommt es an. Ein Multivitamin, das einfach von allem viel enthält, trifft diese Balance nicht. Auch Kelp gehört bei einem langsamen Stoffwechsel oft ins Programm, mehr dazu in Kelp und Jod.
Lebensstil:
- •Viel Ruhe und genug Schlaf.
- •Leichte Bewegung wie Spazierengehen statt harter Trainingseinheiten.
- •Eine Nah-Infrarot-Sauna kann den Prozess unterstützen.
Eine wichtige Ausnahme: Sind Calcium, Magnesium, Natrium und Kalium gleichzeitig niedrig (Four Lows), gilt ein eigenes Programm. Anregende Mittel würden den Körper dann noch weiter erschöpfen. Mehr dazu in Burnout und das Four-Lows-Muster.
Geduld: Nach der Erfahrung von Dr. Eck dauert es bei einem langsamen Stoffwechsel 15 bis 36 Monate, bis der Körper sich wieder erholt hat, in einigen Fällen auch länger. Unterwegs kann der Stoffwechsel in einer Folgeanalyse auch mal vorübergehend schnell aussehen, etwa während einer Ausleitung. Und manche Menschen müssen sich an die neue Energie erst gewöhnen.
Welche Stellschrauben bei dir wichtig sind, lese ich aus deiner Haarmineralanalyse ab. In deinem Mineral-Balancing-Plan stimme ich Ernährung und Mineralien dann genau darauf ab.
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Kostenlose Ursachenanalyse buchenMehr zur Methode: Haarmineralanalyse: Was du herausfinden kannst
Quellen
- 1.Wilson L: Nutritional Balancing and Hair Mineral Analysis.
- 2.Chatsworth C, Chatsworth L: Energy. Healthview, mit Beiträgen von Dr. Paul Eck.
- 3.Eck PC, Wilson L (1988): Nutritional Aspects of Stress. Eck Institute of Applied Nutrition and Bioenergetics.